Barrierearmes Publizieren

Die Open Gender Platform hat es sich zum Ziel gesetzt, alle Inhalte des Open Gender Journals sowie der Plattform möglichst barrierearm zu gestalten.

Warum ist barrierearmes Publizieren wichtig? Die Grundidee von Open Access ist es, Wissen nicht nur frei, sondern auch leichter bzw. ohne größere Barrieren zugänglich zu machen. Dabei reicht es nicht, Archivmaterialien, Bibliotheksbestände und Zeitschriften zu digitalisieren bzw. sie online zur Verfügung zu stellen. Auch muss Wissen in seinen unterschiedlichen Formen barrierearm gemacht werden, sodass Menschen fernab ihrer technischen oder körperlichen Möglichkeiten leicht Zugriff auf Informationen haben. In diesem Sinne ist barrierearmes Publizieren eine Voraussetzung, um tatsächlich „open“ zu sein und Inklusivität zu fördern.

Wie kann barrierearmes Publizieren umgesetzt werden? Zentral für eine effektive Umsetzung von barrierearmen Textformen ist, den Produktionsflow von Grund auf danach auszurichten. Sowohl die Website, als auch downloadbare Inhalte sollten sich nach festgelegten Standards richten, die etwa von der Web Accessibility Initiative ausgearbeitet wurden.

Ziel ist es, dass beispielsweise blinde Menschen und Menschen mit Sehbehinderungen Screenreader-Software nutzen können, um Websites und Dokumenteninhalte zu erfassen. Screenreader verbalisieren Bildschirminhalte und sind darauf angewiesen, dass die Lesereihenfolge ausgezeichnet ist und aussagekräftige Bildbeschreibungen zur Verfügung stehen.

Zur Umsetzung können verschiedene „Accessibilty Tools“ in Browsern, Textverarbeitungssoftware oder Adobe Adobe Acrobat genutzt werden, die die Umsetzung von barrierefreien Formaten unterstützen. Je nach Format muss evaluiert werden, welche barrierefreien Möglichkeiten das jeweilige Medium bietet.

Ziele der Open Gender Platform: Zum einen wird die Plattform Richtlinien und Tools zur Umsetzung von Barrierefreiheit zur Verfügung stellen. Darüber hinaus sollen jedoch auch die Umsetzungsprozesse  und Produktionsworkflows nachvollziehbar dokumentiert werden, um eine effiziente Nachnutzung anzuregen. Ziel ist es, einen einheitlichen Standard barrierearmen Publizierens für Open-Access-Journale und deren Internetseiten zu kommunizieren bzw. dessen Verbreitung zu fördern.

Richtlinien und Anleitungen
WC3 (WAI) Accessibilty Guideline
Web Content Accessibility Guideline (WCAG)
Dieses Video zeigt, wie beispielsweise Pdfs barrierearm erstellt werden können.
Dieses Tutorial zeigt, wie das Accessibility Tool von Word eingesetzt werden kann.

Transparente Herausgabe und Unterstützungsstruktur

Ein Grundsatz für die Herausgabe des Open Gender Journals ist, möglichst transparent zu arbeiten und zu dokumentieren. Es soll einfach und schnell erschließbar sein, wie die qualitativ hochwertigen Beiträge zustande kommen und nach welchen publizistischen Standards das Journals arbeitet.

Transparentes Arbeiten für Open Access Plattformen und Journals beinhaltet dabei mehrere Komponenten:

  • Es muss klare Definitionen für die unterschiedlichen Aufgabenbereiche von Redaktion, Herausgeber_innen und Ansprechpersonen geben. So wird eine beliebige Arbeitsaufteilung vermieden und jeweilige Zuständigkeiten können leichter geprüft und nachverfolgt werden.
  • Die Gutachter_innen sind im double-blind Peer-Review-Verfahren anonym. Die Namen der Gutachter_innen, die für Open Gender Journal tätig waren, werden allerdings ab 2019 gesammelt auf der Website veröffentlicht. Auf diese Weise kann zumindest auf Ebene des Journals nachvollzogen werden, mit welchen Wissenschaftler_innen die Zeitschrift zusammenarbeitet.
  • Das Journal und/oder die Plattform werden durch einen internationalen wissenschaftlichen Beirat unterstützt, der mit seiner Expertise die Qualität und Anschlussfähigkeit des Journals sicherstellt. Der Beirat berät dabei vor allem hinsichtlich der technischen Infrastrukturen, neuer Qualitätssicherungsverfahren und Publikationsmodelle, sowie mit Blick auf  Geschäfts- und Nachhaltigkeitsmodelle. Zudem soll der Beirat das Projekt weiter vernetzen und so zur breiteren Akzeptanz von Open Access innerhalb der Geschlechterforschung beitragen.

 

Redaktionsworkflows und Rollen

Das „Open Journal Systems“ (Public Knowledge Project) ist eine komplexe Open-Source-Redaktionssoftware mit vielfältigen Rollenmodellen und Arbeitsabläufen. In einem ersten Schritt während des laufenden Projektvorhabens wurden für die aktuelle Version von OJS (Vers. 3.1) die Rollen und Workflows mit Blick auf die Anforderungen des Pilotprojektes „Open Gender Journal“ geprüft und ein entsprechendes Konzept vorlegt.

Die Überarbeitung und Veröffentlichung des Redaktionsworkflows (auf Grundlage der vorangegangenen Anpassungen der redaktionellen Rollen) verpflichtet sich der Idee eines von Grund auf kollaborativen und für alle nachvollziehbaren Publikationsprozesses. Es soll deutlich werden, wer zu welchem Zeitpunkt innerhalb der Zeitschrift tätig wird; ein zu erwartender Effekt davon ist, dass klar kommunizierte und individuell angepasste Arbeitsabläufe kurze Publikationswege bei gleichbleibend hoher Qualität mit sich bringen.