„Was darf Qualität kosten?“ – Workshop bei den Open-Access-Tagen 2019 in Hannover

Vom 30. September bis zum 2. Oktober finden in Hannover die diesjährigen Open-Access-Tage statt, veranstaltet von der Leibniz Universität Hannover (LUH), der Technischen Informationsbibliothek (TIB) und der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek (GWLB).

Auf den Open-Access-Tage trifft sich jährlich die Open-Access- und Open-Science-Community aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Erwartet werden etwa 350 Teilnehmer*innen hauptsächlich aus Bibliotheken, Forschungsinstituten und Fördereinrichtungen, aber auch von Open-Access-Projekten wie der Open Gender Platform.

Unser Projekt organisiert zusammen mit einigen Open-Access-Journals eines Workshops zum Thema „Was darf Qualität kosten?“ am Mittwoch den 2. Oktober. Thema des Workshops sind Geschäftsmodelle und Finanzierungsmöglichkeiten von Open-Access-Journals wie dem Open Gender Journal.

Was darf Qualität kosten? Geschäftsmodelle für neue, nicht-APC-finanzierte Open-Access-Journals

Vor dem Hintergrund der Diskussionen um faire Open-Access-Bedingungen und die Plan-S-Prinzipien favorisieren viele Redaktionen Geschäftsmodelle, die ohne Artikel- bzw. Publikationsgebühren auskommen. Speziell für Zeitschriften, die mit kurzfristiger institutioneller Förderung und Anschubfinanzierung (z.B. DFG) als Open-Access-Projekte gegründet wurden und erst seit kurzer Zeit bestehen, ist allerdings der Zugang zu alternativen Finanzierungsstrukturen schwierig: Konsortien legen den Schwerpunkt ihrer Förderung oft auf etablierte Zeitschriften und Zeitschriften, die ‚geflippt‘ werden sollen.

Im Workshop sollen Strategien im Umgang mit der ungeklärten Finanzierungssituation für Academic-led, Non-APC Open-Access-Journals entwickelt werden. Hierfür wird es zwei Diskussionsrunden geben, die jeweils mit einem Kurzimpulsreferat eingeleitet werden.

Zuordnung und Zuständigkeit. Eine Herausforderung vor allem in geisteswissenschaftlichen Zusammenhängen ist die Inter- und Transdizplinarität von Publikationsprojekten: Auf der einen Seite schließen viele interdisziplinäre Open-Access-Zeitschriften Lücken auf dem Publikationsmarkt. Auf der anderen Seite fehlen eindeutige Zuordnungen und damit Budgetierungswege. Welche disziplinären Förderangebote könnten trotzdem einschlägig sein und genutzt werden? Gibt es Lösungsstrategien in anderen wissenschaftlichen Kontexten? Welche Anreize könnten für fördernde Einrichtungen wie Bibliotheken, FIDs, Stiftungen etc. erarbeitet werden? Mit welchen Argumentationsstrategien und Vernetzungsstrukturen könnten innovative Publikationsbestrebungen in interdisziplinären Fachkontexten für fördernde Einrichtungen attraktiv gemacht werden?

Finanzierung von Qualität. Open-Access-Journals sehen sich einerseits mit der Aufgabe betraut, Prozessqualität durch Transparenz und Ressourceneinsatz zu verbessern. Welche Mittel und Prioritäten sollten Redaktionen aber angesichts des hohen Kostendrucks kompetentem Redaktionsmanagement, einem aufwendigen Lektorat oder professionellem Design bzw. Layout einräumen? Was muss ein Journal investieren, um professionelle Arbeitsabläufe und qualitativ hochwertige Ergebnisse zu ermöglichen? Wie kann oder soll das Verhältnis von unbezahlter zu bezahlter Arbeit sein? In der Diskussion sollen das Bewusstsein für Kosten und Verteilung von redaktioneller Arbeit geschärft und die Möglichkeiten der Kooperation erörtert werden.

Die Diskussionsimpulse kommen von Vertreter*innen der Open Gender Platform sowie der Zeitschriften Open Gender Journal, Internet Policy Review, Middle East Topics & Arguments (META), On_Culture und CROLAR. Die Ergebnisse der Diskussion werden dokumentiert und auf Zenodo.org veröffentlicht.

Unser Workshop ist Workshop 11 und findet am 2. Oktober von 09:30 – 11:00 Uhr in Raum A320 des Hauptgebäudes der LHU (ehem. Welfenschloss) statt.

Weitere Infos zu den Open-Access-Tagen 2019 finden Sie hier.
Um an den Open-Access-Tagen teilzunehmen, melden Sie sich
hier an.

Open-Access-Sprechstunde bei der Jahrestagung der Fachgesellschaft

Kathrin Ganz und Marcel Wrzesinski bieten auf der diesjährigen Jahrestagung der Fachgesellschaft Geschlechterstudien eine Open-Access-Sprechstunde an. Die Sprechstunde finden am Freitag, den 5. Juli 2019 von 13.30 bis 15.30 sowie 16.30 bis 18.30 statt. In Geb. 3, Raum F008 können Fragen über aktuelle Entwicklungen im Bereich Open Access direkt an Kathrin und Marcel gerichtet werden.

Was gibt es zu besprechen?

Freies wissenschaftliches Publizieren („Open Access“) gehört längst zum Alltag an Universitäten und wird mehr und mehr ein Muss-Kriterium nationaler wie auch internationaler Forschungsförderungspolitiken. Die komplexen Zusammenhänge um „Open Access“, etwa hinsichtlich freier Lizenzen, wissenschaftlicher Reputation, Qualitätssicherung, Geschäftsmodelle, Forschungsförderung oder neuer e-Journals können allerdings oft nur unzureichend und nicht bezogen auf die eigene Arbeit angesprochen werden.

Die „Open Access Sprechstunde” setzt hier an und bietet Interessierten im Einzelgespräch die Möglichkeit, konkrete Publikationsanliegen und publizistische Problemlagen zu adressieren.

Was können mögliche Fragen sein?

  • Wissenschaftliche Reputation: Qualifikationsarbeiten Open Access publizieren?
  • Qualitätssicherung: (Wie) Erkenne ich ‚gute‘ wissenschaftliche Zeitschriften?
  • Wie gründe ich eine Open-Access-Fachzeitschrift? Wie mache ich meine Zeitschrift Open Access?
  • Wie mache ich meine alten Texte frei zugänglich?
  • Urheberrecht und freie Lizenzmodelle: Wie schütze ich meine eigenen Arbeiten?
  • Gibt es (faire) Geschäftsmodelle, mit denen ich freies Publizieren finanzieren kann?
  • Wer zahlt die Publikationsgebühren für meine Arbeiten?
  • Was halten die (großen) Forschungsförderer von Open Access?
  • Wie und wann soll die Transformation zu Open Access abgeschlossen sein (Stichwort: cOAlition S / Plan S)?

Arbeitsgruppe zu Open Access bei der KEG

Auf der diesjährigen Arbeitstagung der KEG (Konferenz der Einrichtungen für Frauen- und Geschlechterstudien im deutschsprachigen Raum), die in dieser Woche an der FernUniversittät Hagen stattfindet, bieten wir eine Arbeitsgruppe zum Thema „Open Access in den Einrichtungen: Geschäftsmodelle, Forschungsförderung und Publikationsberatung“ an.

Worum geht es?

Freies wissenschaftliches Publizieren gehört in den Hochschulen mittlerweile zum Alltag und ist eingebettet in die Richtlinien der nationalen und internationalen Forschungsfördereinrichtungen. Aktuelle Entwicklungen legen nahe, dass Open Access ab 2020 nicht mehr bloß eine Alternative zu herkömmlichen Publikationsmodellen ist, sondern sich als neuer Standard durchgesetzt haben wird (vgl. cOAlition S / Plan S).

Die Geschlechterforschung hat in den vergangenen Jahren auf diese Entwicklungen reagiert: Mit elektronischen Open-Access-Zeitschriften und dem GenderOpen Repositorium sind erste Angebote geschaffen worden, um geschlechterwissenschaftliche Forschungsergebnisse frei zugänglich und nachnutzbar zu publizieren. Aber auch den Zentren und Einrichtungen der Geschlechterforschung kommt eine wichtige Rolle bei der Open-Access-Transformation zu: Mit eigenen Forschungs- und Publikationsprojekten, bei der Mitwirkungen in Hochschulgremien und in der Publikationsberatung sind sie angehalten, die neuen Anforderungen umzusetzen, können dabei aber auch eigene Gestaltungsspielräume nutzen.

Was sind die Ziele der AG?

In der Arbeitsgruppe sollen Vertreter*innen von Zentren und Einrichtungen praktisch anhand von Handreichungen und Konzeptpapieren dabei unterstützt werden, einen eigenen Standpunkt im OA-Kontext zu entwickeln, eigene Publikationsprojekte abzusichern und Beratungsangebote an den aktuellen Erfordernissen auszurichten.

Die AG 10 „Open Access in den Einrichtungen: Geschäftsmodelle, Forschungsförderung und Publikationsberatung“ findet am Donnerstag, 4. Juli von 15.00 – 16.30 Uhr in Gebäude 2, Raum 1 – 3 statt.

Das gesamte Programm inklusive Abstracts finden Sie hier.

Vortrag „Open Access in den Gender Studies“ an der Universität Freiburg

Am 22.01.2019 hielten Kathrin Ganz und Marcel Wrzesinski einen Vortrag über „Open Access in den Gender Studies“ am Zentrum für Anthropologie und Gender Studies der Universität Freiburg. Die anschließende Diskussion wurde von Dr. Marion Mangelsdorf moderiert. Organisiert wurde das Event im Rahmen des BMBF-Projektes Gendering MINT digital.

Plakat zur Veranstaltung

Der Vortrag befasste sich mit den Möglichkeiten des elektronischen Publizierens in den Gender Studies und der neuen Maßgabe, Open Access zu publizieren – also wissenschaftliche Literatur für möglichst viele Menschen frei zugänglich und nutzbar zu machen. Darüber hinaus gibt es den Anspruch, Prozesse des Publizierens und der Wissensgenerierung von Anfang an transparent und nachvollziehbar darzustellen.

Ziel des Vortrages war es, Studierenden und Wissenschaftler*innen zu zeigen, wie sie Open Access in den Gender Studies publizieren können. Dabei wurden Fragen zu Publikationsbedingungen, dem Urheberrecht, der Finanzierung sowie der Auswirkung von OA auf die Qualität und Reputation von wissenschaftlichen Artikeln in den Gender Studies diskutiert.

Open Access Week in Berlin (22.-26.10.2018)

Zum siebten Mal fand Ende Oktober die Open Access Week statt, und zwar zeitgleich auf allen Kontinenten. Das diesjährige Motto lautete „Designing Equitable Foundations for Open Knowledge“.

In Berlin fanden unter diesem Leitspruch mehrere Veranstaltungen statt. So gab es an der FU einen Workshop zum Thema „Geschlechter-Effekte und wissenschaftliches Publizieren“ (22.10.2018).  Nach einer Begrüßung durch Dr. Andreas Brandtner, Leiter der Universitätsbibliothek der Freien Universität, zeigte Dr. Terje Tüür-Fröhlich von der Universität Linz Wege zur Diversity-Förderung in der Forschung auf und welche Rolle Open Access für diese spielt. Dr. Anita Runge, Geschäftsführerin des Margherita-von-Brentano-Zentrums, informierte über faire Bewertungskriterien und die sogenannte „Unconscious Bias“ in der Wissenschaft. Prof. Dr. Helena Mihaljević und Marco Tullney stellten die Ergenisse ihrer Studie zu Geschlechtereffekten in mathematischen Publikationen vor, woran sich eine Diskussion über das Potenzial von Open Access für die Verbesserung der angerissenen Problematiken anschloss, moderiert von Dr. Christina Riesenweber, Open-Access-Beauftrage der FU.

Im Grimm-Zentrum in Berlin Mitte (24.10.2018) veranstaltete das Open-Access-Büro Berlin in Kooperation mit digiS und der KOBV ein „Speed-Dating“, in dem sich in kurzen, wechselnden Gesprächen Neulinge wie Expert_innen über ihre Projekte und Ideen austauschen konnten. Gefolgt wurde das „Speed-Dating“ von Kurzvorstellungen der Organisator_innen sowie einer Präsentation des regionalen Projekts Smash the Paywalls.  Im Anschluss stellten sich diverse Berliner und Brandenburger Projekte in einer Postersession vor. Das Margherita-von-Brentano-Zentrum wurde von Kathrin Ganz und Marcel Wrzesinski vertreten, die gemeinsam mit Anita Runge das Poster zu der sich im Aufbau befindenden Open Gender Platform präsentierten.

Quellen und weitere Informationen
Mihaljević-Brandt, Helena/Santamaría Lucía/Tullney, Marco (2016). The Effect of Gender in the Publication Patterns in Mathematics. PLOS ONE 11(10). doi: 10.1371/journal.pone.0165367.

Rossiter, Margaret W. (1993). The Matthew Matilda Effect in Science. Social Studies of Science, 23(2), 325–341. doi: 10.1177/030631293023002004.

Tagungen der KEG und ÖGGF in Wien

Ende September fanden an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien gleich zwei Tagungen zur Geschlechterforschung statt. Zum einen die 16. Arbeitstagung der „Konferenz der Einrichtungen für Frauen- und Geschlechterstudien im deutschsprachigen Raum (KEG)“ (26.-27.09.2018), welche Raum für einen qualifizierten Erfahrungsaustausch zwischen institutionalisierten Einrichtungen und außeruniversitären feministischen und geschlechterwissenschaftlichen Projekten bot.

Von besonderer Relevanz für die OGP war AG 10 „Von der Forschung in die Bibliothek und von der Bibliothek in Studium und Lehre“, welche unter anderem Beiträge von Karin Aleksander und Marius Zierold enthielt. Anita Runge und Marcel Wrzesinski diskutierten in diesem Panel mit Blick auf digitale Forschungsinfrastrukturen, freie Lizenzierungsmodelle und Chancen der Nachnutzbarkeit bzw. Nachhaltigkeit von elektronischen Publikationen.

Zum anderen veranstaltete die Österreichischen Gesellschaft für Geschlechterforschung (ÖGGF) vom 27.-29.09.2018 ihre 6. Jahrestagung. Unter dem Motto „Wissenskulturen und Diversität“ war zu einem Austausch über divergierende Wissenschaftstraditionen, Kommunikationskulturen sowie Praktiken im Feld der interdisziplinären Gender Studies geladen.

Erneut präsentierten Anita Runge und Marcel Wrzesinki in Namen von OGP ein Poster und stellten es während der jeweiligen Session zur Diskussion. Insbesondere der internationale Vergleich von Österreich und Deutschland bzgl. Open Access und Geschlechterforschung beschäftigten die Anwesenden, etwa mit Blick auf je unterschiedliche Ansprüche der „scientific community“ oder Open-Access-Rahmenbedingungen in politischer und juristischer Hinsicht. OGP plant diesen spannenden Dialog fortzuführen und durch Positionen aus der schweizerischen Geschlechterforschung zu erweitern.

Open Access Tage 2018 in Graz

Vom 24.-26.09.2018 fanden an der Technischen Universität Graz die „Open Access Tage 2018“ statt, deren diesjähriges Motto „Vielfalt von Open Access“ lautete. Ein für die Plattform relevanter Schwerpunkt waren die Herausforderungen für Open-Access-Transformationen in den Geisteswissenschaften. Weiterhin einschlägig waren Sessions zu Preprints als Möglichkeiten des offenen, kollaborativen Begutachtens sowie die Chancen einer European Open Science Cloud (EOSC). Darüber hinaus wurden auf den OA-Tagen Geschäftsmodelle und Umsetzungsmöglichkeiten für Open-Access-Monographien präsentiert, die für das inter-/transdisziplinäre Feld der Geschlechterforschung und damit auch die OGP relevant sein können.

Im Vorfeld der Tagung gab es einen „Call for Posters“, an dem auch die  Open Gender Platform  teilnahm. Zusammen mit 23 weiteren Postern wurde der Poster-Beitrag der Open Gender Platform für die Tagung ausgewählt. Anita Runge und Marcel Wrzesinski stellten das Poster im Rahmen der Poster-Session vor und diskutierten mit den zahlreichen Interessierten. Ein besonderes Interesse galt den Ausgabeformaten der Plattform sowie unserer Zusammenarbeit mit der Fachgesellschaft Geschlechterstudien.

Das Team von OGP freut sich auf die Open-Access-Tage 2019 in Hannover (30.09.-02.10).

Artikel im Bulletin Info

Im Oktober 2018 erschien in Ausgabe 57 des „Bulletin Info / Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien“ der Humboldt Universität Berlin ein Artikel  zum Themenfeld um Geschlechterforschung und Open Access.

Kathrin Ganz und Marcel Wrzesinski erläutern die Entwicklungen von Open Access in der Geschlechterforschung seit 2013, referieren den aktuellen Stand der Debatte und verweisen auf erste Erfolge. Die Open Gender Platform wird hier als integratives Modell vorgestellt, das zur „Transformation zu Open Access in der deutschsprachigen Geschlechterforschung beitragen“ kann. Darüber verdeutlicht der Text den Anspruch von OGP, für eine Vernetzung innerhalb der Geschlechterforschungsgemeinschaft eintreten zu wollen.

Quellen und weitere Informationen:
Ganz, Kathrin; Wrzesinski, Marcel: Open Gender Platform: Unterstützung für Open Access in der Geschlechterforschung, in: Bulletin Info / Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien / Humboldt-Universität zu Berlin (2018) Nr. 57, 13-16. DOI: https://doi.org/10.25595/570.
Zum Artikel in der Zeitschrift Bulletin Info.

 

Weiterhin sind zum Thema erschienen:
Ganz, Kathrin; Wrzesinski, Marcel: Open Access in der Geschlechterforschung: Open Gender Journal, in: Bulletin Info / Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien / Humboldt-Universität zu Berlin (2017) Nr. 54, 19-20. DOI: https://doi.org/10.25595/571.

Ganz, Kathrin; Wrzesinski, Marcel: Open-Access-Publikationsplattform für die Geschlechterforschung: Konzeption und Beteiligungsmöglichkeiten, in: Bulletin Info / Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien / Humboldt-Universität zu Berlin (2016), Nr. 52, 14-17. DOI: https://doi.org/10.25595/572.

Forum „Open Science in Gender Studies: Projekte und Perspektiven“

Vom 12. bis 15. September 2018 fand die 10th European Feminist Research Conference in Göttingen statt, an der die Projekte Open Gender Platform durch Kathrin Ganz und Marcel Wrzesinski, das GenderOpen Repositorium durch Eva-Lotte Rother, Gendering MINT digital durch Sigrid Schmitz und das Open Gender Journal durch Gabriele Jähnert wie hier angekündigt vertreten wurden.

Im Forum „Open Science in Gender Studies: Projekte und Perspektiven“, das von der AG Open Digital Gender Studies organisiert wurde, stellten die Vertreter_innen der vier Projekte zunächst neue Entwicklungen und Ergebnisse im Bereich von Open Access und Open Science in Deutschland vor. Zudem wurden Umsetzungsmöglichkeiten zur Kooperation innerhalb der Gender Studies erörtert. Die Präsentation als PDF finden Sie hier.

In einem zweiten Teil wurde mit den Teilnehmer_innen des Forums vor allem zu Publikationsstrategien sowie Entwicklungstendenzen im Open-Access-Bereich diskutiert. Im Fokus standen dabei einerseits Fragen der Kommerzialisierung; anderereseits, wie sich Open Access durch Bestrebungen der Community weiterentwickelt.

Barrierearmes Publizieren

Die Open Gender Platform hat es sich zum Ziel gesetzt, alle Inhalte des Open Gender Journals sowie der Plattform möglichst barrierearm zu gestalten.

Warum ist barrierearmes Publizieren wichtig? Die Grundidee von Open Access ist es, Wissen nicht nur frei, sondern auch leichter bzw. ohne größere Barrieren zugänglich zu machen. Dabei reicht es nicht, Archivmaterialien, Bibliotheksbestände und Zeitschriften zu digitalisieren bzw. sie online zur Verfügung zu stellen. Auch muss Wissen in seinen unterschiedlichen Formen barrierearm gemacht werden, sodass Menschen fernab ihrer technischen oder körperlichen Möglichkeiten leicht Zugriff auf Informationen haben. In diesem Sinne ist barrierearmes Publizieren eine Voraussetzung, um tatsächlich „open“ zu sein und Inklusivität zu fördern.

Wie kann barrierearmes Publizieren umgesetzt werden? Zentral für eine effektive Umsetzung von barrierearmen Textformen ist, den Produktionsflow von Grund auf danach auszurichten. Sowohl die Website, als auch downloadbare Inhalte sollten sich nach festgelegten Standards richten, die etwa von der Web Accessibility Initiative ausgearbeitet wurden.

Ziel ist es, dass beispielsweise blinde Menschen und Menschen mit Sehbehinderungen Screenreader-Software nutzen können, um Websites und Dokumenteninhalte zu erfassen. Screenreader verbalisieren Bildschirminhalte und sind darauf angewiesen, dass die Lesereihenfolge ausgezeichnet ist und aussagekräftige Bildbeschreibungen zur Verfügung stehen.

Zur Umsetzung können verschiedene „Accessibilty Tools“ in Browsern, Textverarbeitungssoftware oder Adobe Adobe Acrobat genutzt werden, die die Umsetzung von barrierefreien Formaten unterstützen. Je nach Format muss evaluiert werden, welche barrierefreien Möglichkeiten das jeweilige Medium bietet.

Ziele der Open Gender Platform: Zum einen wird die Plattform Richtlinien und Tools zur Umsetzung von Barrierefreiheit zur Verfügung stellen. Darüber hinaus sollen jedoch auch die Umsetzungsprozesse  und Produktionsworkflows nachvollziehbar dokumentiert werden, um eine effiziente Nachnutzung anzuregen. Ziel ist es, einen einheitlichen Standard barrierearmen Publizierens für Open-Access-Journale und deren Internetseiten zu kommunizieren bzw. dessen Verbreitung zu fördern.

Richtlinien und Anleitungen
WC3 (WAI) Accessibilty Guideline
Web Content Accessibility Guideline (WCAG)
Dieses Video zeigt, wie beispielsweise Pdfs barrierearm erstellt werden können.
Dieses Tutorial zeigt, wie das Accessibility Tool von Word eingesetzt werden kann.